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    Die richtige Feuchtigkeit im Wurmkomposter

    Die richtige Feuchtigkeit im Wurmkomposter

    Die Feuchtigkeit ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Wurmkompostierung. Der Feuchtigkeitsgehalt wird durch das Umgebungsklima und den zugeführten Abfällen beeinflusst. Der Kompost sollte stets angenehm feucht, aber nicht zu nass sein – Wie ein ausgedrückter Schwamm.

    Wie feucht muss der Kompost sein?

    Regenwürmer benötigen eine ausreichende Feuchtigkeit, um durch ihre Haut atmen zu können. Daher sollte der Wurmkomposter einen Feuchtigkeitsgehalt von 60 bis 85 % in den oberen 10-15 cm aufweisen, wo die Aktivität der Kompostwürmer am grössten ist. Tiefere Schichten können graduell trockener sein.

    Beobachte regelmässig, ob die Oberfläche feucht aussieht und die Würmer eine glänzende Haut haben. Du kannst den Feuchtigkeitsgehalt auch mittels Faustprobe testen. Nehme eine Handvoll Wurmkompost in die Hand und drücke ihn zusammen:

    • Zu trocken: Kommt kein Wasser heraus oder bröckelt der Kompost beim Öffnen der Hand auseinander, ist er zu trocken.
    • Zu nass: Wenn viel Wasser aus der Faust heraustropft, ist es zu nass.
    • Optimal: Wenn etwas Wasser zwischen den Fingern austritt, aber kaum auf den Boden tropft, ist die Feuchtigkeit richtig. Beim öffnen der Faust sollte das Material in Form bleiben.

     

    Faustprobe Kompost - Der Kompost hat die richtige Feuchtigkeit und bleibt in Form
    Richtige Feuchtigkeit: Wenig Wasser tritt zwischen den Fingern aus. Beim Öffnen bleibt der Kompost in Form.

    Anzeichen für zu viel Feuchtigkeit

    • Unangenehmer Geruch: Wenn es im Komposter unangenehm riecht, stimmt etwas nicht. Meist ist dies ein Hinweis auf einen Sauerstoffmangel im System, verursacht durch einen Mangel an Strukturmaterial und zu viel Wasser.
    • Häufiges Auftreten ungebetener Gäste: Neben Geruchsproblemen können auch ungebetene Gäste wie Dung- oder Trauermücken verstärkt auftreten, die besonders gut in übermässig feuchten Bedingungen gedeihen.
    • Starke Verfärbungen am Wurmkomposter: Ausblühungen sind ein charakteristisches Merkmal poröser Tongefässe. Starke Verfärbungen oder gar auslaufende Flüssigkeit sind allerdings ein Zeichen für ein zu nasses Substrat.
    Faustprobe Kompost - Der Kompost ist zu nass
    Zu nass: Viel Wasser tropft aus der Hand, der Kompost ist pampig.

    Massnahmen, wenn der Kompost zu feucht ist

    • Strukturmaterial hinzufügen: Gebe trockenes Strukturmaterial bei und reduziere vorübergehend die Futtermenge.
    • Erde zugeben: Gebe Erde von draussen oder alte Pflanzenerde in den Komposter. Erde absorbiert Feuchtigkeit, verbessert die Struktur und enthält zusätzlich wertvolle Mineralien. Vermeide Walderde, um das Einschleppen unerwünschter Mitbewohner zu verhindern. Entnehme die Erde nicht während oder unmittelbar nach starkem Regen, um sicherzustellen, dass sie nicht zu nass ist.
    • Karton beifügen: Füge Karton nur zu, wenn der Kompost leicht zu feucht ist. Obwohl trockener Karton effektiv Feuchtigkeit aufnimmt, ist er kein optimales Strukturmaterial. Verwende nicht zu viel, um zu verhindern, dass der Kompost matschig wird und die Luftzirkulation eingeschränkt ist. Wellkarton bietet gegenüber Eierkartons eine etwas bessere Struktur.

    5 Materialien zur Feuchtigkeitsreduktion

    • Karton und Eierkarton
    • Erde
    • Mineralien wie Steinmehl, gemörserte Eierschalen oder unser Mineral Mix
    • Einstreu
    • Stroh oder getrocknetes Laub

     

    Anzeichen, dass es zu trocken im Komposter ist

    • Lethargische Würmer: Wenn die Würmer träge werden und feuchtere Bereiche aufsuchen, deutet dies auf ein zu trockenes Umfeld hin. Sie brauchen Feuchtigkeit, um zu überleben und effizient zu kompostieren.
    • Staubiger Kompost: Ein trockener, leicht zerfallender Kompost zeigt unzureichende Feuchtigkeit an. Der Kompost sollte feucht und krümelig sein, nicht staubig.
    • Verlangsamte Zersetzung: Geringe mikrobielle Aktivität aufgrund von Trockenheit führt zu einer verzögerten Kompostierung. Mikroorganismen benötigen genauso wie die Würmer ein feuchtes Milieu für den Abbau organischer Materialien.
    Faustprobe Kompost - Der Kompost ist zu trocken und fällt auseinander
    Zu trocken: Kein Wasser ist erkennbar, der Kompost bröselt auseinander.

    Massnahmen, wenn der Kompost zu trocken ist

    • Kompost befeuchten: Befeuchte den Kompost schrittweise in kleinen Mengen mit einer Sprühflasche, damit du den Komposter nicht ertränkst. Zu viel Wasser führt zu Sauerstoffmangel und verursacht Fäulnis, was meist zu Problemen im Heimkomposter führt.
    • Feuchte Abfälle zugeben: Füge feuchte Küchenabfälle wie Obst- und Gemüsereste zu, um die Feuchtigkeit im Kompost zu erhöhen. Achte dabei auf eine ausgewogene Struktur im Kompost, um Verdichtung zu vermeiden.
    • Komposter abdecken: Um die Feuchtigkeit besser zu bewahren, kann es hilfreich sein, die Oberfläche des Komposters abzudecken. Dies ist besonders bei grösseren oder freistehenden Kompostern ratsam. Materialien wie Karton, Vlies oder Hanfmatten sind geeignet, um Verdunstung zu minimieren und gleichzeitig eine gute Luftzirkulation zu ermöglichen. Eine Schicht Mulchmaterial wie Stroh, Laub oder feuchter Karton auf der Oberfläche des Komposts kann ebenfalls dazu beitragen.

    5 Materialien zur Feuchtigkeitserhöhung

    • Obst- und Gemüseabfälle
    • Karton, eingelegt in Wasser
    • Kaffeesatz
    • Teebeutel
    • Frische Pflanzenreste



    Tipps für die richtige Feuchtigkeit

    • Reguliere die Feuchtigkeit vor der Fütterung: Achte bereits vor der Fütterung auf die passende Feuchtigkeit der Ausgangsmaterialien. Sollten die Abfälle zu trocken sein, kannst du sie kurz in Wasser einweichen. Sind sie zu feucht, gebe mehr Strukturmaterial oder auch Erde zur Futtermischung.
    • Sorge für eine ausgewogene Materialmischung: Eine gute Mischung aus stickstoffreichem "grünem" und kohlenstoffreichem "braunem" Material geht häufig mit einem guten Feuchtigkeitsgehalt einher. Grüne Abfälle wie Obst und Gemüse tragen mit ihrem natürlichen Wassergehalt zur Feuchtigkeit bei, während braune Materialien wie Holzstücke, Wurzelreste oder Nussschalen für Struktur sorgen und Feuchtigkeit regulieren. Detaillierte Informationen zum optimalen Mischungsverhältnis und dem C/N-Verhältnis findest du in unserem Blog «Das C/N-Verhältnis in der Praxis».

     Trockene und feuchte Abfälle

    Auswahl des Komposters: Materialien und ihre Bedeutung für die Feuchtigkeitsregulierung

    Die Materialbeschaffenheit des Wurmkomposters nimmt grossen Einfluss auf die Regulierung der Feuchtigkeit und den Kompostierungsprozess. In Behältern aus Kunststoff kann es eine Herausforderung sein, dass der Kompost nicht zu feucht ist. Häufig staut sich das Wasser im unteren Bereich und es kommt zum Sauerstoffmangel und Fäulnis. Die meisten Kunststoffmodelle haben einen Ablasshahn, mit dem das überschüssige Wasser abgeführt werden kann.

    Wurmkomposter aus atmungsaktivem Ton bieten natürliche Vorteile für eine effektive Feuchtigkeitsregulierung. Sie sorgen für eine optimale Feuchtigkeit und ermöglichen ein natürliches Habitat für die Würmer. Der poröse Ton ermöglicht eine gleichmässige Verdunstung von überschüssigem Wasser. Dies vermeidet Auswaschung und erhält die wertvollen Nährstoffe im Wurmhumus. Dank dieser natürlichen Regulierungseigenschaften des Tons ist ein zusätzlicher Abfluss oder Hahn oft nicht erforderlich.

    Holzkomposter bieten ebenfalls eine natürliche und atmungsaktive Lösung zur Feuchtigkeitsregulierung. Sie absorbieren und emittieren überschüssige Feuchtigkeit, was ein gutes Mikroklima für Würmer und die Zersetzung schafft. Holz dämpft auch Temperaturschwankungen, ideal für kältere Klimazonen. Jedoch neigt Holz zur Verrottung, was seine Lebensdauer im Vergleich zu Kompostern aus Kunststoff oder Ton verringern kann. Die Wahl der Holzart ist entscheidend: Lärchenholz ist für seine Langlebigkeit bekannt, während Fichtenholz anfälliger für schnelle Zersetzung ist. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass das Holz unbehandelt ist, um Schadstoffe im Kompost zu vermeiden.

    Die Feuchtigkeit im Jahresverlauf und bei Standortwechsel

    Veränderungen in Umgebung und Jahreszeit beeinflussen den Feuchtigkeitsbedarf. Im Winter in beheizten Räumen oder während trockener Phasen ist es möglicherweise erforderlich, die Wasserzufuhr anzupassen. Das gleiche gilt, wenn der Komposter vom Innen- in den Aussenbereich oder umgekehrt verlagert wird. Reduziere in der ersten Zeit die Futtermenge und beobachte die Reaktion der Würmer sowie die Zersetzungsgeschwindigkeit.